Sebastião Salgado: die Biografie

Sebastião Salgado: Biografie eines Fotografen.

Sebastião Ribeiro Salgado wird am 8. Februar 1944 in Aimorés geboren, im Bundesstaat Minas Gerais, in Brasilien. Mit 16 Jahren geht er ins nahe Vitória, wo er die höhere Schule abschließt und ein Universitätsstudium beginnt. 1967 heiratet er Lélia Deluiz Wanick. Nach weiterführenden Studien in São Paulo zieht das Paar nach Paris, dann nach London, wo Sebastião als Wirtschaftswissenschaftler für die International Coffee Organization arbeitet. 1973 kehrt er mit seiner Frau nach Paris zurück, um eine Karriere als Fotograf zu beginnen.
Zunächst arbeitet er freiberuflich, später dann für die Fotoagenturen Sygma, Gamma und Magnum Photos.  Salgado reist sehr viel; zunächst beschäftigt er sich mit den Indios und den Bauern in Lateinamerika und dann, Mitte der 80er Jahre, mit dem Hunger in Afrika. Diese Bilder zeigen seine ersten Bücher.
1994 gründet er gemeinsam mit Lélia Wanick Salgado die Agentur Amazonas Images, die seine Arbeiten vermarktet.

Von 1986 bis 2001 widmet er sich hauptsächlich zwei Projekten. Zunächst dokumentiert er das Ende der Industriearbeiter umfassend in dem Buch La mano dell’uomo, (“Arbeiter. Zur Archäologie des Industriezeitalters”, Frankfurt/Main, 1993) sowie in flankierenden Ausstellungen (die in 7 italienischen Städten gezeigt wurden). Dann dokumentiert er die Menschheit in Bewegung: nicht nur Flüchtlinge und Vertriebene, sondern auch Zuwanderer in den Megastädten der Dritten Welt in zwei sehr erfolgreichen Büchern:  In cammino („Migranten“) und Ritratti di bambini in cammino („Kinder der Migration“, beide Frankfurt/Main, 2000). Große Wanderausstellungen (in Rom in den Scuderie del Quirinale und dann in Mailand im Arengario) begleiten auch in diesem Fall die Veröffentlichung der Bücher.  
Fast alle diese Bücher sowie ein Großteil der Ausstellungen wurden von Lélia Deluiz Wanick konzipiert und realisiert. Sebastião Salgado ist Sonderbotschafter der UNICEF und Ehrenmitglied der Akademie für Kunst und Wissenschaft der Vereinigten Staaten.